Achillessehnenriss

Was ist ein Achillessehnenriss?

Die Achillessehne ist eine sehr kräftige Sehne, die an der Ferse ansetzt und das untere Ende der Wadenmuskulatur bildet. Die häufigste Rissstelle (Rupturstelle) liegt etwa vier Zentimeter oberhalb Ansatzes am Fersenbein. Bei Jugendlichen kommt es häufiger zu einem knöchernen Ausriss am Fersenbein (Entenschnabelfraktur).
Die Achillessehne kann komplett oder auch nur teilweise reißen. Diese Verletzungen entstehen vor allem bei Sprint- und Sprungbelastungen (Stop-and-Go-Sportarten) auf – seltener durch ein direktes Trauma. In den meisten Fällen führen Vorschädigungen (Mikrorisse) der Achillessehne bei einer ungewohnten, kräftigen Belastung zu einer Komplettruptur. Eine weitere, jedoch seltenere Ursache ist eine Haglund-Ferse.

Wie erfolgt die Diagnose?

Nach einem Achillessehnenriss kann der Patient zwar stehen und gehen, den Fuß jedoch nicht mehr aktiv gegen den Boden richten bzw. ausstrecken.
Ein Achillessehnenriss ist meist mit einem imposanten knallartigen Geräusch und einem stechenden Schmerz verbunden. Ein weiterer Hinweis ist eine tastbare Delle im Bereich der Achillessehne. Beim Thompson-Test kommt es durch Kompression der Wadenmuskulatur durch den behandelnden Arzt normalerweise reflexartig zu einer Gelenksbewegung des Fußes, die bei einem Riss der Achillessehne nicht mehr möglich ist.

Durch eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) wird der Riss der Sehne sichtbar. Zusätzlich wird auch eine Röntgenuntersuchung des Rückfußes durchgeführt, um knöcherne Absplitterungen auszuschließen.

Was wir empfehlen:

Unmittelbar nach dem Riss sollten Rückfuß und der Achillessehnenbereich gekühlt werden und ruhig gestellt werden. Frische – bis zu drei Wochen alte – Risse werden operiert. Dazu gibt es verschiedene Operationstechniken, etwa die End-zu End-Sehnennahttechnik oder die perkutane Nahttechniken, bei denen sozusagen durch die Haut operiert wird und somit keine großen Wundöffnungen mehr nötig sind.

Bei älteren Verletzungen, bei denen es schon zu einer Schrumpfung der Sehnenteile (Retraktion) gekommen ist, kommen plastische Verfahren zum Einsatz. Dabei werden vor allem Umklapp-Plastiken mit zusätzlicher Einflechtung naheliegender Sehnenteile wie etwa der benachbarten Plantaris-Sehne (Plantaris longus) durchgeführt. Wenn auch ein knöcherner Ausriss am Fersenbein vorliegt, muss dieser per Verschraubung fixiert werden.

Nach der Operation wird ein Unterschenkelgips in 30-grädiger Spitzfußstellung für fünf bis sieben Tage benötigt und anschließend für sechs bis acht Wochen ein Achillessehnen-Entlastungsschuh getragen, der erste, am besten betreute, Bewegungsübungen zulässt.
Ab der fünften Woche kann bereits mit leichtem Training am Fahrrad-Ergometer, Koordinations- und Kraftübungen (isometrische Übungen) begonnen werden. Ab der neunten Woche sind eine Mobilisierung ohne Entlastungsschuh, leichtes Lauftraining und mäßiges Krafttraining möglich.
Die Nachbehandlung wird dem jeweiligen Patienten und seinem Aktivitätszustand individuell angepasst. Regelmäßige sportliche Belastung sind frühestens ab dem vierten Monat möglich. Wettkampfmäßiges Training und Turniersport raten wir erst wieder nach sechs Monaten.