Knickfuß/Senkfuß

Was ist das - ein Knickfuß oder Senkfuß?

Beim Knicksenkfuß (Pes planovalgus) ist es wichtig, zwischen einer harmlosen, nicht krankhaften (physiologischen) Fußdeformation bei Kleinkindern und der krankhaften (pathologischen) Form bei Jugendlichen oder Erwachsenen zu unterscheiden.
Aufgrund eines Fettpolsters am Fußlängsgewölbe kommt es im frühen Kindesalter sehr häufig zu einer X-Stellung der Ferse (Knickfuß) und zu einer Abflachung des Fußlängsgewölbes (Senkfuß) und ist in diesem Fall durchaus normal.
Durch Muskelschwäche, Übergewicht, X-Bein-Stellung des Kniegelenkes sowie zu wenig Halt der Bänder (erhöhte Bandlaxizität) im Fußbereich oder genetisch-bedingter Veranlagung kann es allerdings bei Jugendlichen und Erwachsenen etwa bei einer genetisch-bedingten Veranlagung auch zu einem krankhaften Knicksenkfuß kommen.

Wie erfolgt die Diagnose?

Kinder und Jugendliche klagen üblicherweise am Anfang nur selten über Fußschmerzen. Aufgrund einer fehlgeleiteten Statik im Fußbereich können sich die Beschwerden allmählich bis zum Knie und weiter bis zur Hüfte und Lendenwirbelsäule ausbreiten. Starke Fußschmerzen (Fußinnenseite), Knieschmerzen und/oder Rückenschmerzen sind die Folgen. Die Untersuchung des kindlichen Knicksenkfußes erfolgt sowohl im Gehen, Stehen und Liegen. Auch der Zehenspitzenstand und die Beweglichkeit der einzelnen Fußgelenke wird untersucht. Sind massive Knicksenkfußveränderungen vorhanden oder besteht der Verdacht einer Gelenksstörung im Fußbereich, ist auf jeden Fall eine radiologische Untersuchung des Fußes unter Belastung durchzuführen. Beim Erwachsenenplattfuß treten auch schon Abnützungserscheinungen (Arthrosen) im Fußwurzelbereich auf. Betroffene klagen in diesem Fall über belastungsabhängige Schmerzen – vor allem auf der Innenseite des Fußes.

Was wir empfehlen:

Gymnastik

Ein im Kindesalter auftretender Knicksenkfuß hat bei entsprechend sportlicher Therapie eine sehr gute Prognose. Wichtig ist eine regelmäßige Fußgymnastik um die Fußmuskulatur zu kräftigen wie zum Beispiel Greifübungen für die Zehen, Zehenspitzenstand, Schnurspringen und auch Barfußgehen. In den meisten Fällen ist bereits nach kurzer Zeit eine deutliche Besserung und die Entwicklung eines Fußlängsgewölbes sichtbar.

Einlagen

Bei schwereren Fällen und werden Einlagen nach einem Gipsmodell angefertigt. Diese Einlagen sollten einen sogenannten Supinationskeil zur Abstützung des inneren Längsgewölbes enthalten. Außerdem sollten die Einlagen fersenumfassend sein, um einen guten Halt zu geben. Die Einlagen sollten spätestens jedes halbe Jahr erneuert werden, da die vor allem sehr junge Kinder schnell herauswachsen und die Einlagen sich auch mit der Zeit abnützen.

Auch bei Erwachsenen sind Einlagen und in seltenen Fällen ist auch eine Schuhzurichtung oder ein orthopädischer Maßschuh notwendig.

Operation

Operative Therapien bei Kindern sind nur sehr selten notwendig, wobei man hierbei zwischen Weichteiloperation und knöcherner Operation unterscheidet. Bei den Weichteiloperationen ist das Ziel eine Verbesserung des fußgewölbehebenden Muskelzuges. Hier gibt es verschiedene Methoden: Häufig werden verschiedene Sehnen versetzt. Diese Operation sollte frühestens im 9. oder 10. Lebensjahr stattfinden.

Bei knöchernen Operationen ist die OP-Methode nach Grice die häufigste. Hierbei erfolgt eine Verbesserung des Längsgewölbes durch Implantation eines Knochenspans oder von der Industrie gefertigter spezieller Implantate in den sogenannten Sinus tarsi. - Dies ist ein Gelenksbereich im Rückfuß zwischen Sprungbein und Fersenbein. Diese Operation hat bei schweren jugendlichen Knicksenkfußfällen ein gutes Korrekturpotential und ist meist vollkommen ausreichend zur Gewinnung eins gutes Längsgewölbes mit Stabilität.

Weiterführende Operationen, die auch teilweise recht große Eingriffe umfassen, sind nur in ganz seltenen Fällen beim erwachsenen Knicksenkfuß notwendig, wenn schon Veränderungen im Gelenksbereich der Fußwurzel zu sehen sind: Knochendurchtrennung (Korrekturosteotomien) oder Versteifungen von Teilbereichen der Fußwurzel (Arthrodesen).