Genu Varum / Genu Valgum

Was ist das - Genu Varum und Genu Valgum?

Die O- oder X-Bein-Fehlstellung des Beines, meist doppelseitig, entwickelt sich bereits im Kindesalter.

Wie erfolgt die Diagnose?

Bei der Untersuchung ist es wichtig, auch die Füße anzuschauen, da X-Beine oft mit Knick-Senk-Füßen kombiniert auftreten. Aber auch Hüftadduktionskontrakturen oder Schädigungen der Wachstumsfugen können zu Achsfehlstellungen führen.

Was wir empfehlen:

Im Kindesalter können bei geringen Fehlstellungen Schuh-Innenrand-Erhöhungen oder Außenrand-Erhöhungen mit Einlagen ausreichen, zum Teil werden auch Orthesen verwendet. Bei starker Deformität und der Gefahr einer Arthroseentwicklung im frühen Erwachsenenalter ist eine Korrektur-Osteotomie am Ort der Achsabweichung oder auch eine Wachstumsfugenverschließung indiziert.

Beim Erwachsenen empfehlen wir die Achsfehlstellungen operativ zu korrigieren (Korrektur-Osteotomien), da sie eine Prä-Arthrose für das Kniegelenk und ein hohes Risiko für verfrühte arthrotische Abnützungen des Kniegelenkes darstellen. Durch die Begradigung des Beines wird der betroffene Kniegelenksabschnitt entlastet.
Bei einem O-Bein (Genu Varum) ist eine aufklappende Tibiaosteotomie (Open-Wedge-Osteotomie) indiziert, dabei wird der Unterschenkel (Schienbein, Tibia) schräg in einer Breite von ca. 80% durchtrennt und danach aufgedehnt. Diese Aufdehnung wird dann mittels einer winkelstabilen Platte gehalten.
Bei einem X-Bein (Genu Valgum) erfolgt eine Closing-Wedge (zuklappende Osteotomie) an der Oberschenkelinnenseite. Hier wird ein kleiner Knochenkeil aus dem Oberschenkelknochen entfernt und der Knochen zugeklappt und ebenfalls mittels einer winkelstabilen Platte gehalten.
In beiden Fällen kann der Patient das Bein nach sechs Wochen wieder belasten, die Platte kann nach einem Jahr entfernt werden.

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