Kalkschulter (Tendinitis calcarea)

Was ist eine Kalkschulter?

Durch eine Minderdurchblutung kommt es zu reaktiven Kalkablagerungen an den Sehnenansätzen der Schulter-stabilisierenden Muskeln (Rotatorenmanschette). Durch diese Kalkablagerungen wird der Schleimbeutel (Bursa subacromialis), der über der Rotatorenmanschette und unter dem Schulterdach liegt, gereizt und schließlich entzündet (Tendinitis calcarea). Dies führt zu starken Schmerzen, vor allem nachts und nicht selten auch zu einer schmerzbedingten Unbeweglichkeit der Schulter.

Wie erfolgt die Diagnose?

Auf dem Röntgenbild ist meist eine schollenartige, bis zu mehreren Zentimeter große Verdichtung im Sehnenbereich zu sehen. Auch bei der Ultraschalluntersuchung (Sonographie) und in der Magnetresonanztomographie (MRT) ist der Herd – oft kombiniert mit einer Schädigung der Rotatorenmanschette – zu sehen. Meist sind diese Kalkherde jedoch jahrelang beschwerdelos und erst bei einem Durchbruch des Kalkherdes in den Schleimbeutel treten starke Schmerzen auf.

Was wir empfehlen:

Zuallererst sollten die Beschwerden konservativ therapiert werden, da die Kalkherde in vielen Fällen mihilfe von eigenen Selbstheilungskräfte bekämpft werden können. Oft erfolgt auch eine spontane Entleerung des Kalkherdes. Bei einer akuten Schleimbeutelentzündung (Bursitis) helfen allerdings nur starke Schmerzmittel und lokale Infiltrationen mit Cortison in den (subacromialen) Schulterbereich die Schmerzen zu lindern.
Eine weitere konservative Therapie, die noch vor einer Operation versucht werden kann, ist die Stoßwellentherapie. Hier wird der Kalkherd mittels hochfrequentem Ultraschall behandelt. Diese Methode erreicht in vielen Fällen eine deutliche Besserung der Beschwerden.

Sind die Beschwerden chronisch, d.h. es treten immer wieder starke Schmerzepisoden auf, kann eine operative arthroskopische Kalkdepotentfernung angedacht werden. Dabei wird der Bereich unter dem Schulterdach (Subacromialraum) mittels einer Kamera untersucht und der Kalkherd entleert.
Nach der Operation sollte eine ausgedehnte Krankengymnastik und Physiotherapie zur Beweglichkeit und Kräftigung der Schultermuskulatur beitragen.