Schultersteife (Frozen Shoulder)

Was ist eine Schultersteife?

Unter einer Schultersteife oder Frozen Shoulder versteht man eine bindegewebige Schrumpfung der Gelenkskapsel die durch entzündliche Veränderung verursacht wird. Die Folge ist eine stark schmerzhafte Bewegungseinschränkung des Schultergelenks.

Eine Schultersteifheit kann entweder ohne Vorschädigung (primär) entstehen oder (sekundär) bedingt durch Kalkablagerungen in der Sehne der schulterstabilisierenden Muskeln (Rotatorenmanschette), Verletzungen nach Immobilisation oder durch starke Abnützung (Omarthrose). Auch Diabetes mellitus und Hyperthyrose stehen als Auslöser im Verdacht.

Wie erfolgt die Diagnose?

Die Schultersteife verursacht starken Schmerzen, Muskelkrämpfe (Spasmen) sowie Bewegungseinschränkungen, vor allem bei der Außendrehung (Außenrotation) und beim Heben (Abduktion) des Armes.

Die Erkrankung verläuft meist stadienhaft:
Im Stadium I kommt es häufig zu nächtlichen Schmerzen, die durch bestimmte Bewegungen hervorgerufen werden.
Im Stadium II werden die Schmerzen zwar geringer, jedoch die Bewegungseinschränkungen werden mehr.
Im Stadium III kommt es zur weiteren Schmerzlinderung bei noch stärkerer Einsteifung des Gelenks und hochgradigem Muskelabbau (Muskelarthrophie).
Im Letztstadium, dem Stadium IV, verbessert sich die Beweglichkeit wieder langsam, jedoch finden schon knöchernen Veränderungen statt - etwa fünf bis sechs Monate nach Beginn der Erkrankungen.

Im Röntgenbild zeigen sich meist die typische Entkalkung des Oberarmknochen-Kopfes (Caput humeri). Für eine genauere Diagnose ist die Kontrastdarstellung des Gelenks (Arthrographie) am besten geeignet. Dafür wird das Gelenk mit einem Kontrastmittel gefüllt.

Was wir empfehlen:

Die Therapie der Schultersteife ist sehr komplex und lang andauernd. Die wichtigste Maßnahme ist dabei weitere Kapselschrumpfungen und Bewegungseinschränkungen zu verhindern.

Bei Stadium I und II sind vor allem Gelenksinjektionen mit anti-entzündlichen und schmerzlindernden Medikamenten – meist täglich über mehrere Wochen – notwendig.

In den Spätphasen haben sich ausgiebige Krankengymnastik mit Dehnung der Muskulatur und der Kapsel sowie manualtherapeutische Maßnahmen bewährt sowie zusätzlich die Einnahme von schmerzreduzierenden Medikamenten.
Im Extremfall ist auch eine Narkosemobilisation möglich. Bei dieser Methode wird beim narkotisierten Patienten die Schulter durchbewegt. Hier kommt es zum Einreißen der verkürzten Kapselstrukturen und damit zu einer Aufdehnung der Kapsel. Diese Maßnahme ist sehr erfolgreich, jedoch sind unmittelbar darauf postoperative, ,manualtherapeutische und krankengymnastische Therapien notwendig, um ein nochmaliges Schrumpfen der Gelenkskapsel zu verhindern.