Impingementsyndrom

Was ist ein Impingementsyndrom?

Durch eine Schulterdachenge wird beim Impingement-Syndrom (Engpass-Syndrom) der unter dem Schulterdach liegene Schleimbeutel (Bursa subacromialis), der als Schutzschicht dient, gereizt. Dies führt zur Schleimbeutelentzündung (Bursitis subacromialis) begleitet von starken Schmerzen. Ursachen dafür sind Knochen- und Spornbildungen oder reaktive Kalkablagerungen an den Sehnenansätzen (Tendinitis calcarea) der Schultergelenk-stabilisierenden Muskeln (Rotatorenmanschette: Subscapularis, Supraspinatus, Infraspinatus, Teres minor), die oft nach langen schmerzfreien Phasen zu heftigen Schmerzen im Schulterbereich führen können.
Langfristig kann das Impingementsyndrom zum Einsteifen des Schultergelenks (Frozen Shoulder) führen.

Wie erfolgt die Diagnose?

Starke Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Schulterbereich, vor allem beim Heben des Armes, starke Druckschmerzhaftigkeit und Erwärmungen sowie starke Ruheschmerzen in der Nacht geben Hinweise auf ein Impingementsyndrom.
Neben der klinischen Untersuchung ist eine Ultraschall- und Röntgenuntersuchung zunächst ausreichend und machen Knochensporn und Kalkeinlagerungen sichtbar. Zur weiterführenden Diagnostik kann auch eine Magnetresonanztomographie (MRT), bei der sämtliche Strukturen der Schulter evaluiert werden, angeschlossen werden.

Was wir empfehlen:

Zunächst erfolgt ein konservativer Therapieversuch durch Kühlung und starken oralen Schmerzmitteln (Analgetika) bzw. Injektionen von Schmerzmitteln (Lokalanästhetica) und Kortisonpräparaten (Corticoiden) in den entzündeten Schleimbeutel.
Kalkablagerungen können durch Nadelperforation (Needling) oder hochfrequente Ultraschallwellen (extrakorporale Stoßwellentherapie) beseitigt werden. Besonders die Stoßwellentherapie hat zu exzellenten Ergebnissen bis zur Schmerzfreiheit der Patienten geführt.

Nur wenn diese konservative Therapie nicht zu einer Besserung der Beschwerden führen, kommt die arthroskopische Operation zum Einsatz. Bei der Schulterarthroskopie wird der Schleimbeutel zur Gänze entfernt, die darunterliegende Rotatorenmanschette inspiziert und gegebenenfalls auch genäht und schlussendlich auch der Kalkherd aufgesucht und entfernt. Bei bestehendem Knochensporn an der Unterseite des Schulterdachs (Acromion) kann dieser ebenfalls entfernt werden.

Die Erfolgsraten der arthroskopischen Schulterdachoperationen sind sehr hoch. Die Patienten sind nach der Operation wieder sehr schnell - etwa nach zwei bis drei Wochen - schmerzfrei und können rasch ihren alltäglichen und sportlichen Aktivitäten nachgehen.
Zur Nachbehandlung erhalten die Patienten meist nur ein Dreieckstuch für einige Tage. Bereits ab dem ersten Tag sollte mit einer Physiotherapie und passiven Übungen begonnen werden sowie anschließend und relativ rasch auch mit aktiven Übungen, um ein baldiges großes Bewegungsausmaß der Schulter zu erreichen.