Seitenbandverletzungen

1. Mediale Kapselbandverletzungen am Kniegelenk

Was ist das?

Das innere (mediale) Seitenband (Ligamentum collaterale tibiale) führt mit seinen langen Fasern in das Kniegelenk und stabilisiert das gestreckte Knie. Bei Verletzungen des medialen Kapselbandapparates kommt es zu Druckschmerz und Schwellungen im Innenbandverlauf.

Wie erfolgt die Diagnose?

Ist bei gestrecktem Knie eine vermehrte Aufklappbarkeit möglich (vor allem bei mittlerer Beugung von ca. 25°–35°), wird eine Seitenbandverletzung vermutet.
Röntgenuntersuchung und Magnetresonanztomographie (MRT) geben Hinweise auf das Ausmaß der Verletzung - etwa auch ob andere Verletzungen wie Knochenbrüche oder eine Kreuzbandverletzung vorlieben. Beim Röntgen kann eine vermehrte Aufklappbarkeit unter Belastung festgestellt werden. Beim MRT ist eine deutliche Kontinuitätsunterbrechung im Innenbandverlauf zu sehen.

Was wir empfehlen:

Bei Bandzerrungen oder mittelgradigen Bandverletzung ist eine frühfunktionelle Therapie empfehlenswert: Ruhigstellung mit Hilfe einer Knie-Immobilisationsschiene, Kühlung und medikamentöse Schmerztherapie. Ein operativer Eingriff ist nur bei größeren knöchernen Seitenbandausrissen notwendig. Und bei kombinierten Kreuzbandrissen ist meist nur die Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes nötig.


2. Laterale Kapselbandverletzungen

Was ist das?

Verletzungen der äußeren (lateralen) Seitenbänder treten sehr selten auf und sind nahezu immer auch die hinteren, äußeren (postero-lateralen) Strukturen betroffen. Hier kommt es zu einer äußeren Aufklappbarkeit bei gestrecktem Fuß.

Wie erfolgt die Diagnose?

Die Diagnostik erfolgt ebenfalls durch Röntgen und MRT.

Was wir empfehlen:

Bei einer rein lateralen Verletzung erfolgt meist eine konservative Therapie mittels Ruhigstellung, Kühlung und Schmerzmittel. Sind auch hintere, äußere Strukturen verletzt, so werden auch operative, rekonstruktive Eingriffe notwendig.