Chondromalacie-Patellae (Femoropatellare Schmerzsyndrom)

Was ist eine Chondromalacie-Patellae?

Eine sehr häufige Erkrankung, die vor allem bei Jugendlichen auftritt. Burschen sind dabei häufiger betroffen als Mädchen. Es kommt hierbei zu starken Schmerzen im Kniescheibenbereich, besonders beim Bergabgehen, manchmal auch zu Einklemmungsphänomenen und plötzlichen Nachgeben des Kniegelenkes. Es ist derzeit wissenschaftlich noch unklar, ob es sich um eine Schädigung im Sinne einer Knorpelerweichung an der Kniescheibe handelt oder ob doch eher der Aufhängeapparat und die Bänder im Kniescheibenbereich zu den Schmerzen führen.

Wie erfolgt die Diagnose?

Durch den sogenannten Zohlentest. Dieser ist hochgradig positiv, wenn es zu starker Schmerzhaftigkeit bei Anpressen der Patella und gleichzeitigen Anspannen des Musculus quadriceps kommt. Weiters geben Röntgenaufnahme des Kniegelenkes mit Patella-Defilee-Aufnahmen Auskunft über eventuelle Knorpelschädigungen bzw. knöcherne Veränderungen.

Was wir empfehlen:

Die Therapie erfolgt meist konservativ mit einer aktiven und passiven Heilgymnastik mit Kräftigung des Musculus quadriceps. Als weitere Option verordnen wir Iontophorese, Elektrotherapie und Fango-Packungen.
Medikamentöse Therapie mit antiphlogistischen und analgetischen Medikamenten sind ebenfalls hilfreich. Auch Kinesio-Taping hat sich in den letzten Jahren als gute Therapiemöglichkeit für das femoro-patellare Schmerzsyndrom entwickelt.

Eine operative Therapie ist nur selten nötig. Gleitet die Kniescheibe verstärkt nach außen (Lateralisation der Patella), bringt eine gezielte Spaltung der Bänder den gewünschten Erfolg: Der Zug zur Seite hin wird verringert und die Kniescheibe gleitet in Richtung Mitte. Dies hat zur Folge, dass sich die Druckverhältnisse unter der Patella verändern und sich die Druckbelastung an der Kniescheibe verringert. Bei Knorpelschädigungen empfehlen wir eine Knorpeltherapie mit Bohrung oder Knorpelersatz.